In der Ausgabe 4 der Weixdorfer Nachrichten vom 02.03.2018 haben wir an gleicher Stelle über historische Wegezeichen der Dresdner Heide auf und um Weixdorfer Flur berichtet. Ich möchte dies fortschreiben mit einer Begehung ausgewählter Wanderungen entlang historischer Wegezeichen. Eines der interessanten Wegezeichen ist die „Gabel“.

Die Gabel existiert zwei Mal in der Dresdner Heide. In der östlichen Heide verläuft sie zwischen dem Weißiger Weg und Großerkmannsdorf mit dem Wegezeichen gemäß Bild 1. Ich erkunde jedoch die Gabel in der westlichen Heide zwischen dem Nordfriedhof und der Kannenhenkelbrücke. Das Wegezeichen erinnert etwas an eine Stimmgabel, wie wir sie aus dem Musikunterricht kennen (siehe Bild 2).

 

               

  Bild 1: Gabel in östlicher Heide           Bild 2: Gabel in westlicher Heide

 

Unsere Wanderung beginnt auf dem Kannenhenkel am Parkplatz vor dem Nordfriedhof, direkt vor der Schranke zur Einfahrt in die Sandgrube bei etwa 155 mNN. Nach etwa 200 m Plattenstraße folgen wir an der Gabelung rechts dem alten Kannenhenkel der zum Beginn nur mit einem grünen Punkt markiert ist und gewinnen hierbei schnell an Höhe. Nach ca. 500 m biegen wir rechts in die Schneise 19 ab, der wir etwa 300 m in südöstlicher Richtung folgen. Nun biegen wir links einen kleinen, unscheinbaren Weg in nordöstlicher Richtung ein und befinden uns jetzt am Startpunkt der Gabel. Der schmale, aber schöne Weg windet sich stetig bergauf durch einen Mischwald und erst nach ca. 500 m sehen wir rechts die erste Markierung. Nach weiteren 500 m quert der Blümpenweg (BW). Aus gutem Grund weichen wir an dieser Stelle von unserem Weg ab. Wir biegen links in den Blümpenweg ein. Nach etwa 320 m finden wir auf einer kleinen Lichtung an einer großen Kiefer am linken Wegesrand eines der wenigen in der Heide erhaltenen geschnittenen Wegezeichen (siehe Bild 3, meines Wissens das einzige erhaltene in der westlichen Heide).

       

 Bild 3: historisches geschnittenes Wegezeichen BW – Blümpenweg

 

                                                

   Bild 4: Vorbereitung für Holzsubmission des Sachsenforstes

 

Wir gehen zurück zur Kreuzung und folgen nach links weiter der Gabel. Nach etwa 500 m erreichen wir einen Rastplatz mit massiver Hütte und Grillplatz, die zu einer kurzen Rast einladen. Nach weiteren 100 m treffen wir auf die Kreuz7 als breiter geschotterter Fahrweg aus südlicher Richtung kommend, der ab hier nordöstlich verlaufend die Gabel bildet. An diesem Schotterweg findet jährlich im Januar die Holzsubmission des Sachsenforstes statt. Auf etwa 1.400 m Strecke liegen hier bis zu 950 Baumstämme von 30 bis 150 cm Durchmesser sortiert nach Baumarten. Das Holz kommt größtenteils aus sächsischen Wäldern, aber auch aus Tschechien und Polen und kann von holzverarbeitenden Firmen (Möbel-, Furnier-, Instrumentenhersteller, etc.) ersteigert werden. Hierbei werden oft stolze Preise erzielt. Wir folgen nun dem Schotterweg ca. 1.000 m. Dabei queren wir den Diebsteig. Etwa auf Höhe des rechtsseitig durch die Bäume sichtbaren Wasserhochbehälters haben wir mit ca. 245 mNN den höchsten Punkt des Tages erreicht (zum Vergleich: die Elbe fließt in Dresden etwa auf 105 mNN). Von rechts kommend trifft nun die Kreuz6 auf uns, sie nimmt für etwa 400 m den gleichen Verlauf wie die Gabel. 450 m nach dem Hochbehälter biegen wir nach rechts ab und passieren nach 200 m den Rennsteig. Jetzt verläuft die Gabel in östlicher Richtung stetig bergab durch einen Misch- und Kiefernwald. Wir queren die Kreuz5 und nach weiteren 300 m die Alte Sechs, welche vom Dresdner Saugarten mit Unterbrechungen bis zum Industriepark Klotzsche an der Flugzeugwerft verläuft. Die Gabel endet schließlich nach insgesamt ca. 4,20 km Länge an der Kannenhenkelbrücke im Prießnitzgrund auf etwa 195 mNN.

Hier empfiehlt sich entweder ein Abstecher über den Steingründchenweg zur Hofewiese (ca. 20 min Gehzeit) oder nach rechts entlang der Prießnitz zur Heidemühle (ca. 25 min Gehzeit). Ich gehe jedoch den Kannenhenkel zurück über den Königsplatz (gute Rastmöglichkeit) zum Ausgangspunkt am Nordfriedhof. Dabei empfiehlt sich die Wanderung erst auf dem alten Kannenhenkel, der im Gegensatz zum breiten Schotterweg zumindest zwischen dem Abzweig Todweg und dem Schwarzen Kreuz als schmaler Wanderweg durch alte Buchen-, Birken- und Kiefernbestände führt. Am Schwarzen Kreuz wechselt man auf den gebauten Kannenhenkel entlang der südöstlichen Abbruchkante der Sandgrube. Je nach Konstitution und Tempo erreicht man dann nach 2:45 h bis ca. 4:00 h Gesamtgehzeit den Ausgangspunkt am Parkplatz.

                                   

Bild 5: Königsplatz mit Rasthütte und Granitsäule

 

 

 Bild 6: gemeinsamer Verlauf Kreuz6 und Gabel

 

 

verwendete Quellen:

  1. Wander- und Radwanderkarte mit Reitwegen, Nr. 11, Dresdner Heide / Seifersdorfer Tal

SACHSEN KARTOGRAPHIE GmbH Dresden, 2017

 

 

Gunter Krause, Heimatverein Weixdorf

 

Am 04.08.2018 feierten wir den 40. Jahrestag der Eröffnung der Teichperle. Ehemalige und heutige Vereinsmitglieder trafen sich zum geselligen Beisammensein. Da in diesem Jahr der Sommer außerordentlich heiß und trocken war, fand die Veranstaltung natürlich im Freien statt. Der amtierende Alterspräsident Herrmann Callauch erinnerte in seiner Eröffnungsansprache an die Mitstreiter der ersten Stunde und würdigte deren Leistung.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der von Burkhard Brysch gestaltete Bild- und Filmvortrag, welcher neben Aufnahmen aus den Anfängen der Teichperle auch Fotos markanter Gebäude in Weixdorf aus den siebziger Jahren präsentierte.

Ursprünglich im Rahmen der "Nationalen Front" der DDR vom Wohnbezirksausschuß IV ins Leben gerufen, fanden sich im Jahre 1977 freiwillige Enthusiasten, welche das Gelände entrümpelten und die ersten Gebäude errichteten.

Früher befand sich an dieser Stelle ein Teich, welcher zuletzt als Schutthalde missbraucht wurde. Es fanden sich Fahrräder, Mopedrahmen, Motoren, alter Hausrat aber auch Bierflaschen des letzten Jahrhunderts.

Im Wald wurde Holz geschlagen, zur Baustelle transportiert und mit der Kreissäge zu Balken, Brettern und den typischen Halbrundhölzern für die Fassade geschnitten. Alle Arbeiten wurden mit handwerklichen Mitteln und Muskelkraft ausgeführt, Zugriff auf heute übliche Maschinen und Geräte gab es nicht. Immerhin, so belegen die Fotos, gab es neben Schubkarren und Leiterwagen bereits einen Multicar M21 für die anfallenden Transportarbeiten.

Es gab damals sogar eine Bühne mit Tanzfläche, welche über den Lausenbach gebaut war. Es gab richtige Tanzmusik mit Kapellen, von GEMA war keine Rede. Auf einem Plakat zum Wohnbezirksfest von 1981 wurde Eintritt erhoben: 1,05 M für Erwachsene und 0,55 M für Kinder. Die 5 Pfennig waren jeweils der "Kulturbeitrag".

 

Heute, 40 Jahre später kämpft der Heimatverein damit, seine Veranstaltungen trotz Kostendruck und enorm gestiegener Anforderungen seitens der Behörden, aber auch der Gäste, in akzeptabler Qualität über die Bühne zu bringen.

Wir arbeiten für Weixdorf und seine Bürger, aber wir brauchen dazu dringend Hilfe. Wir brauchen Enthusiasten wie vor 40 Jahren, die bereit sind, ihre Kraft dem Allgemeinwohl zu spenden.

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